| Von Wettertücken und einer Atlantiküberquerung |
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Mit Johannes Erdmann und Joachim Piesker hatte Philipp Kuntz, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses, zwei passionierte Segler in die Räume an der Kieler Chaussee eingeladen, die die 160 Zuhörer jeder auf seine Weise in ihren Bann zogen.
Diplom-Meteorologe Piesker kam 1965 über die Schule zum Segelsport. Nach dem Studium hat er sich auf Revieranalysen und Auswirkungen von Wetterlagen aufs Regattasegeln spezialisiert. Zurzeit ist der 59-Jährige vom Sailing Team Germany engagiert und erkundet das Olympia-Revier für die Wettkämpfe 2012 vor Weymouth and Portland/England. Er setzt auch selbst gern mal die Segel. Einen Törn, wie Johannes Erdmann ihn hinter sich gebracht hat, würde er allerdings nie antreten. "Die Einsamkeit wäre für mich ein Problem", gesteht Piesker. Erdmann, der über ein Buch von Weltumsegler Wilfried Erdmann, mit dem er nicht verwandt ist, zum Segeln kam, startete im Herbst 2005 von Lissabon zu einer Atlantiküberquerung. Elf Monate lang war eine 36 Jahre alte "Fellowship 27", die er auf den Namen Maverick taufte, sein Zuhause - 8,25 Meter lang und 2,50 Meter breit. Auf ebenso mitreißende wie unterhaltsame Art nahm der 25-Jährige die Zuhörer mit auf einen Schnelldurchgang dieses Törns, den er mit vielen Bildern und einem Film unterlegte. So fühlten die Gäste mit ihm, als ihm auf Gran Canaria die Weisheitszähne plagten und zu einer Rückkehr ins heimische Wolfsburg zwangen, als haushohe Wellen ihn durchschaukelten und sich Seekrankheit breit machte, als er bei Flaute die Weite des Atlantiks erfühlte und er nach 31 Seetagen und 2800 Meilen endlich St. Lucia erreichte - im Schlepp, weil das Getriebe des Motors versagt hatte. Erdmann: "Das ist das Peinlichste, was einem Atlantiküberquerer passieren kann." Kleine Wetterkunde und Abenteuer pur Bevor es von dort aus weitergehen konnte, musste die "Maverick" ordentlich überholt werden: das Ruder war gebrochen, die Segel gerissen, das Unterwant lose und ein neues Getriebe nicht in Sicht. Ein Ersatz konnte auf Sylt aufgetrieben werden und erreichte den damals 19-jährigen Abenteurer nach zwei Monaten. Mit zwei Freunden ging es weiter durch die Karibik über die Bahamas nach Miami und Charleston, wo Erdmann die "Maverick" schweren Herzens verkaufte. Denn er hatte zwischenzeitlich einen Studienplatz für Schiffbau bekommen und musste zurück nach Deutschland. Von einigen der Fotos, die Erdmann in seine Erzählungen einstreute, waren einige der zuvor von Piesker geschilderten Phänomene wiederzuentdecken. Und mancher Besucher zollte dem jungen Segler, der inzwischen eine journalistische Laufbahn eingeschlagen hat, Respekt. "Es war beeindruckend, wie unbedarft man an so etwas herangehen kann", sagte Thorsten Kuchel aus Altenholz. Erdmann habe seine Schwächen nicht kaschiert, was ihn sehr sympathisch mache. Die Wetterkunde Pieskers sei dazu sehr wissenswert und interessant gewesen, wenngleich die Zeit für dieses Thema viel zu kurz war. Insgesamt ein netter, unterhaltsamer Abend, fand Kuchel, der sich den Termin für den nächsten Segler-Event im Hause Kuntz am 3. September 2012 schon vorgemerkt hat. Für Peter Tischer aus Dänischenhagen war als Regattasegler die kleine Wetterkunde Pieskers besonders spannend. Trotz der Kürze der Zeit habe er die wichtigsten Dinge angesprochen, lobte Tischer, der Erdmanns Bilder "toll anzusehen" fand. "Die Kombination der beiden war gut, die Referenten sehr gut ausgewählt", so Tischer. Gestern Abend gehörte das Podium im Autohaus der Jägerschaft: Stefan Mayer brachte den Zuhörern Wissenswertes um Drückjagden nahe, Max Wiegand informierte über Fragen des Waffenrechts und der Schießausbildung. |
